Die Arbeitswoche war eigentlich unspektakulär. Der Truck hielt, es gab keinen Reifenplatzer, lol.
Dafür habe ich am Freitag die äußere Sonnenblende bei Volvo gelassen. Sie besteht hauptsächlich aus Kunststoff und fängt an zu brechen. Ein kleines Stück Plastik der inneren Stabilisierung ist bereits weggebrochen und bei dem Wind der hier herrscht kann das schon Mal das Aus bedeuten. Wenn der Wind mit gut 40km/h und mehr übers Land zieht, sich dann zwei Trucks entgegen kommen, sind die Luftverwirbelungen deutlich zu spüren und so hat eine solche Sonnenblende manchmal schon ein schweres da sein....
Ichhabe mal von Beginn der Woche alle Ladegewichte addiert und stellte erstaunt fest, dass ich in der Woche von Montag bis Freitag doch tatsächlich 485 Tonnen Getreide geladen und entladen habe... Da fehlen mir jetzt echt Mal so bisschen die Worte... Gut, bei jeder Ladung sind es um die 44,5Tonnen +- aber das es dann 485 in der Woche sind... Es wird zur Zeit auch viel auf Farmen geladen, diese sind ja zur Zeit kräftig dabei das letzte Getreide vom Feld einzufahren mit ihren riesigen Grainkarts (Mähdrescher). Diese Grainkarts haben ein Mähwerk wie es in Deutschland nur selten zu finden ist, was nicht heißt das es sie nicht gäbe... Eine Haspel ist hier oft um die 10 Meter lang...äh breit. Was eine Haspel ist? Das ist die (meist rote) komische Rolle die das Getreide "einrollt" ins Mähwerk. Diese Haspeln werde oft nicht vom Graincart selbst anmontiert mitgeführt, das wäre selbst für die Straßen Kanadas zu breit.... außer auf den Feldern, bzw den Gravelroads.
Die Haspel werden meist von Pickup-trucks auf die Felder gefahren, die Haspeln werden auf Gestellen mit Rädern dort hin gebracht wo sie gebraucht werden, die Graincarts fahren auf den Highways und den Gravelroads zu ihren Einsätzen. Es ist also nix ungewöhnliches mal einen riesigen Graincart auf dem Highway zu überholen... Die unbefestigten Straßen die eben abseits der Hauptstraßen liegen nennt man Gravelroads, weil sie aus Sand/Steinen/Geröll bestehen.
So sehen diese aus, und nebenbei ein Großteil meiner Strecken die ich zurück lege, vorbei an hochmodernen Farmen, sowie verlassen Barns die den Gezeiten ausgesetzt sind und manchmal einen Hauch von Nostalgie vermitteln. Manchmal möchte ich gerne stehen bleiben und mit der Kamera losziehen, das sind Motive die man sonst nur von traumhaft schönen Kalendern kennt...
Dieses ist verlassen. Der Wind nagt am Holz, die Barn
ist bereits windschief. Es ist nur eine Frage der Zeit bis die in
sich zusammenbricht und einen Haufen Holz hinterlässt.
Ich frage mich oft wie alt diese Bauten teilweise sind.
Anderer Seits oft hinter Büschen und dichter Bebaumung, diese Farmen.
Die die in Betrieb sind erkennt man meistens an den Silos, dort ist das Getreide drinne,
die wir Graintrucker dann abholen und in die Elevators bringen.
Wenn wir dann fernab der Highways auf den Gravelroads auf dem Weg zu den Farmen sind, sieht es so aus:
Da es seit Wochen nicht mehr geregnet hat sind diese Straßen
hart wie Beton, und staubig. Das lose Geröll sollte man mit Vorsicht genießen,
fängt der Truck bei 80km/h an zu schlingern, im leeren Zustand kann es schnell mal in den Graben,
die Ditch, gehen. Also immer mit Gefühl und Respekt am Gaspedal!
Wenn der Truck dann beladen und bis zu legalen 63500kg wiegt, kommt man manchmal garnicht an die
80 km/h dran. Sollte es jetzt zum schlingern kommen....
Das fahren macht aber riesigen Spaß! Mir jedenfalls! Die Farmer begrüßen einen fast immer mit Handschlag, es ist im Grunde eine riesige Familie, man kennt sich untereinander. Selbst die Graincartfahrer, grüßen wenn man an ihnen vorbei fährt, während sie bei der Arbeit sind. Auch wenn sie vor lauter Staub nicht wirklich erkennen können, welcher Graintrucker hier grad vorbei donnert.
....und irgendwie fühle ich manchmal echt verfolgt, mir folgt andauernd dieser Geist... ;-)
Ha! Aber ich hab ihn fotografiert.
Ich habe die vergangenen Tage auch bei diesem Framer Yellow Peas abgeholt, das sind gelbe Erbsen. diese werden mit einem "Staubsauger" aus dem Silo in den Truck geladen... eine Höllenmaschine! Ohne Ohrstöpsel geht da gar nix! Und so sieht's aus:
Mit einem Sauger von ca 20cm Durchmesser und einem flexiblen Schlauch saugt der Farmer in dem Silo die Erbsen ab, das senkrechte Rohr "spuckt" den Staub und Blätter die beim saugen mit gesaugt werden, wieder aus. Die Erbsen werden über den Auger (blau) im den Hopper gefüllt. Diese Prozedur ist laut und langsam, ich war 2 Stunden da.....
Hier noch eine PDF Datei über einen Graincart, einen Class, der zeigt wie so ein Teil aufgebaut ist...
Machts gut, bis die Tage, euer Totti!
Oh a new design...nice ! I guess you have a lot of time ;-)))
AntwortenLöschengreets from ohio
Yes, new style, hope you all enjoy, the old style was boring. Have a safe trip, buddy, so far far away.. ;-)
AntwortenLöschenMeine Augen haben sich beim anklicken auf deinen schwarzen Hintergrund eingestellt, dann *swoosh* Alles hell ;) schaut aber nicht schlecht aus, die Schrift is gwöhnungsbedürftig aber man kanns entziffern ;)
AntwortenLöschenSchönen Job machste da, regelmäßig zu Hause, toller Truck!
Was fährt deine Company denn im Winter, denn dann wirds mit Grain und Peas ja recht mau werden oder?