Donnerstag, 28. Oktober 2010

Great-Lake-Rounder

Letztes Jahr gab es so viel Neues zu sehen, kreuz und quer mit Meiko und 605 über den Kontinent, dann kam meine Frau mit Kind, da waren wir zu dritt. Jetzt sind wir zu viert und können den Herbst mit anderen Augen genießen. Die Tage zu Hause, fern von der Straße sind sehr entspannend teils aber auch sehr bepackt. Menschen treffen, Erledigungen machen, das Leben organisieren. Unser Leben. Ist es hier besser? Uns ging es doch nicht schlecht in Deutschland. Beide gute Jobs, ein schönes Haus in einem kleinen Dorf im Herzen vom Westerwald. Familie und Freunde in der Nähe....
Hier in Kanada ist unser Leben anders. Wir wohnen in einer recht kleinen drei Zimmer Wohnung, hier sagt man 2 Bedroom, das da ein Wohnzimmer eine Küche und ein Bad noch dazu gehören wird hier nicht erwähnt... Macht Sinn für mich und setzte ich Voraus! Die Frau darf nicht arbeiten, jedenfalls noch nicht. Der große geht in die Vorschule und wird kommenden Sommer die erste Klasse besuchen. Ich bin nach 11 Tagen Arbeit für 3 Tage zu Hause, dann geht’s wieder von vorne los. Geht es uns besser? Ich weiß nicht. Ich für meinen Teil habe kein Fernweh mehr. Es wurde ja fast zur Qual. Auch wenn hier viele Dinge anders laufen, ich mag es. Wenn ich frei habe und wir spazieren gehen oder am Fluß entlang gehen, beobachte ich gerne die Menschen. Menschen die hier seit eh und je leben und von der europäischen Welt nur vom hören-sagen kennen. Ich glaube, das wenn man einige auf dem Globus suchen lassen würde, sie würden den Globus nach einigen Minuten als Basketball benutzen.... Europa finden? Trotzdem sind die Menschen sehr herzlich wenn man sie privat trifft.....

Als ich am Montag startete, war mal wieder die Planung perfekt! Anruf beim Dispatch um 08.30 Uhr, die Antwort: „Nothing yet, sorry“ Er wolle mich anrufen wenn er was hat. Kat brachte den Sohn zum Schulbus, ich blieb mit Max drinne, das Telefon kingelte ein paar Minuten nach 9. Der Dispatch meinte ich solle schnell kommen hurry hurry, denn eigentlich sollte ein Truck um 8 Uhr beim Kunden seine Honigladung aufnehmen, 145km von Saskatoon entfernt... Klar, Freightliner hat neuerdings Rotorblätter und wird mit Kerosin betankt.... Ich fuhr mit Kat zum Versicherungsbüro um den neuen/alten Wagen umzumelden, ja ich geb' den Pickup her *heul*.

Freitag sprachich mit Lloyd darüber, dass ich eventuell den Pickup verkaufen wolle, der ist zwar ok, aber irgendwie bin ich faul geworden, ich hätte lieber ein Automatic. (Aua, jez nicht hauen deswegen!) Naja, er rief einen Tag später an und fragte wo der Wagen sei, wo wohl, bei mir zu hause ich bins ja auch!! er kam mit einem Bekannten vorbei der schaute, ließ dem Motor an und sagte „How much“ ich nannte meinen Preis, und er sagte „ok, I take it“.... Jetzt hab ich ein Problem: kein Auto!
Also ich bei Kijiji.com geschaut, nach Pickup's und Van's. Es fiel mir ein weißer Dodge Caravan SE auf, auf den Bildern sehr gut gepflegt, und ganz in der Nähe. Ich habe den Verkäufer angerufen, aufs Band gesprochen, dieser rief zurück und ich konnte Abends das Auto besichtigen und Probe fahren. Ey, Schnäppsche!! Außer Ledersitze hat das Auto alles, den fährt dann jetzt die Frau, mit Schiebetüren auf beiden Seiten klappt das mit Anton und Max besser. Ich hab den blauen Van wieder und wir haben jetzt insgesamt 14 Sitze für 'nen Familienausflug. Oh! Ich glaub so viele Kinder wollte ich dann doch nicht, ich spiele nämlich kein Baseball und brauche deshalb keine eigene Mannschaft, lol!

Jetzt sitze ich hier in Minnesota rumm, warte darauf das irgend ein Kunde meinen Dispatch anruft ob der bitte bitte einen Truck vorbei schicken könnte.... Eigentlich sollte der Dispatch seine Kunden anrufen und sagen „ Hey, ich hab einen Truck in deiner Nähe, kann ich Dir irgendwie helfen...?“ Ich glaube so sollte man das machen, oder? Ach nee, um halb fünf ist ja Feierabend. Wie? Ich kann noch nicht heim gehen der Truck hat noch keine Ladung, muß ich bleiben bis...? Ich glaube so läuft das auf dem Kontinent wo ich her komme, da ging der Dispatch nicht Heim bis jeder Truck rollte. Andere Länder, andere Sitten. Es fällt mir schwer es anzunehmen unorganisiert zu sein.
Fotsetzung folgt – und tschüss

Kurz nachdem ich den vorangegangenen Text schrieb, fragte ich per SAT meinen Dispatch an, ob es News für mich wegen einer Ladung gäbe, kurze Antwort: Kunde XY in Sussex,WI.
Das sind nochmal rund 380 Meilen leer! Und gerade jetzt um dieser Zeit hat der Berufsverkehr begonnen. Um kurz nach Mitternacht war ich da. Am nächsten Morgen wurden irgendwelche Magazine (Zeitschriften) geladen und die betriebliche Waage zeigte mir ein leichtes Übergewicht an. Nach kurzem Hin-und-Her sollte ich los fahren zu einer zertifizierten Waage. Dort musste ich dann noch 2x die Achsen verschieben um es gerade so hin zu kriegen
Steering: 11640lbs 12000lbs erlaubt
Drive: 33980lbs 34000lbs erlaubt
Tandem: 33960lbs 34000lbs erlaubt
Das war ja dann knapp, aber endlich gings los. Meine Güte ist Chicago groß!!! Und Al Bundy hab ich nicht gesehen, der hat bestimmt wieder einer Blondine High Heels verkauft....

Al-Bundy-Town = Chicago,Il


Kaum ist man in Illinois kommt man schon nach Indiana und anschließend nach Michigan, leider war ich für dieses Schild dann zu langsam, bin halt auch nicht mehr der jüngste! ;-)


Als ich dann endlich Illinois hinter mir ließ, freute ich mich eigentlich auf Chris und Lisa, meine Freunde in Michigan, leider konnten wir uns aber nicht treffen da die Route verlegt wurde, jetzt sollte ich nicht in Windsor über die Grenze, jetzt sollte ich in Sarnia über die Grenze und musste so an Lansing und Flint vorbei. Lisa und Chris wohnen aber in Cement City, das ist in der nähe von Jaclson an der Interstate 94 und es wären nur ca 15 km gewesen, sie hätten mich holen können....
An dem Tag hatten sie einen große Auktion auf ihrem Grundstück, da alles verkauft wird. Sie haben sich ein Haus in Arizona gekauft und werden Mitte November dort hin ziehen. Wann ich mal nen Trip dahin bekomme.... ich glaub nicht dran! Ich war ja schon froh diesen Auftrag zu bekommen.
Naja. Ich fuhr also weiter bis nach Aurora, das ist etwas nördlich von Toronto und entlud meine Ladung dort am folgenden Tag. Dann ging es zurück zum Yard nach Mississauga und dort bekam ich sofort einen Trailer für Regina. 2700Km schnurstracks durch Ontario! Schön! Ich fahre da gerne her. Es ist eine wunderschöne Landschaft! Ich fahre meistens die nord Route über den Highway 11, das ist zwar 26 mls länger aber dafür keine Berge. Und die Straße ist teils so neu, dass man denkt man fliegt... Am Montag früh habe ich dann den Trailer in Regina gedroppt und habe dort bis Dienstagfrüh gestanden, weil ich mit meinen Stunden am Ende war, also ich hätte noch 3 Stunden gedurft.... Aber ich war auch müde, immerhin waren das fast 3900 Meilen in 7 Tagen! Einmal um die 3 großen Seen drumherum. Tja, gesehen hab ich keinen :-(


Das ist ne FLEISCH-AMPEL! Ein Lollypop-Men, der zeigt an ob man durch die Baustelle fahren darf, oder stehen bleiben muß. An 95% der Baustellen stehen diese Leute, keine ABM, ich finde es gut, man fährt langsamer vorbei und bei Bedarf kann der Verkehr optimaler gelenkt werden - in Deutschland nicht bezahlbar... weil man braucht ja mindestens 2 davon.. Kostet ja dann doppelt.
Das wäre vielleicht mal 'ne Idee für viele, die gerne wollen aber nicht können, weil man ihnen ja das ALG II aufzwingt. Achso, ist ja nicht zumutbar..sorry.


Wer genau hinschaut sieht den Elch in der Mitte des Bildes, es ist aber nur 'ne Plastik.


Ein paar schöne Bilder von Ontario. leider meist durch die Windschutzscheibe, das verschlechtert Farben und eventuell die Schärfe des Bildes, sorry!










Kapuskasing, der Bär.


Beardmore, der steht da das ganze Jahr und taut nicht.


Hearst, ein Ech gegen die Wölfe und Kojoten
Die Strecke von North Bay bis Nipigon fahre ich meistens den HWY 17, es sind weniger Berge und weniger Kurven und weniger Verkehr, der HWY 11 führt näher an den Seen vorbei und man hat so manchen Gipfel zu erklimmen und zwangsläufig auch wieder runter, mehr Verkehr.... aber auch eine sehr eindrucksvolle Landschaft - vielleicht beim nächsten Mal.



Am Dienstag ging es für mich dann weiter nach Pincher Creek, das ist südlich von Lethbridge, und das ist südlich von Calgary. Ich hatte Salzlecksteine geladen. 1 Blog wiegt 20 kg, 50 sind auf einer Palette und 18 Paletten hatte ich geladen, der Trailer war zu 90% leer an Volumen und der lag wie ein Brett auf der Straße!! Am Mittwoch früh ausgeladen, nette Leute dort! Und sofort weiter nach Taber, besser gesagt zurück nach Taber, dort Zucker laden. Der Ausladetermin war dann um 3 Uhr in der Früh, aber zum Glück droppen wir die Trailer dort, schlafen und nehmen ihn morgens wieder auf... Weils in der Nachbarschaft ist, hat Totti zu hause geschlafen, och! lecker essen, schön duschen und gut schlafen!
Die Fahrt von Taber nach Saskatoon verlief gut, jedenfalls für mich. Der Winter ist hereingebrochen, östlich von Regina war sogar der Highway gesperrt wegen Eis! Lloyd stand mit rund 150 Trucks und beparkte des Asphalt. Aus meiner Richtung war die Straße trocken, es war zwar ganz schön kalt, aber trocken. Je näher ich nach Saskatoon kam umso öfter waren Schneeverwehungen zu sehen und auch Eis, nicht nur neben der Straße. In der Dämmerung kam ich Heim also gut für mich....
Der Truck steht in der Werkstatt, er bekommt Service, und paar Dinge müssen gemacht werden... da bin ich mal gespannt :-D
Bis zum nächsten Blog.

Achso die Frage PR: Wir haben den Medical hinter uns und warten auf die Aufforderung die Pässe einzuschicken, vielleicht gibt es ja ein "Christkindchen" und wir haben es bis zum 24.12. hinter uns.

Sonntag, 17. Oktober 2010

Turnpike, Single, Gewichte

Ich habe ja geschrieben ich werde mich nach Möglichkeit mal um die Gewichte, leer und beladen, eines Turnpikes kümmern. Hier sind sie.

Ich hatte vergangene Woche den Auftrag von Winnipeg nach Brandon zwei leere Trailer beim Kunden bereit zu stellen. Dieser Kunde ist ein großer Schlachter. Deswegen Reefer (Kühler).

Wenn man aus Winnipeg raus fährt, fährt man in Headingley an einer DOT Waage vorbei, oder bei blinkenden Lichtern drüber.(DOT = Departement of Transportation)
Diese Waage ist eine 24/7 Waage, kann also rund um die Uhr kontrollieren. Weil es eine DOT Waage ist, sollte diese geeicht sein! Da die Waage keine Lichter blinken lies, die zur Kontrolle zwingen (ein ignorieren der Blinklichter wird teuer!!) dachte ich mir:
„gute Gelegenheit um die Gewichte aus zu loten. Also:
Steering: 4760 kg (Lenkachse)
Drives: 7000 kg (Antriebsachsen)
Trailer 1 4380 kg (Hinterachsen erster Trailer)
Converter 4960 kg (Vorderachsen des 2ten Trl, eigenständiger 2 achsiger Anhänger)
Trailer 2 4290 kg (Hinterachsen zweiter Trailer)

Macht zusammen ein Leergewicht bei vollem Tank: 25390kg


Und so sieht das dann aus!







Auf zum Kunden!

Dort angekommen spotete ich die Trailer und bekam gleichzeitig meine beladenen Trailer Nummern. Ladegewichte jeweils 18434 kg und 18313 kg.

Ich hookte als auf, fuhr zu einer Firma mit Waage. Die Waage gab mir folgende Gewichte:
1: 4820 kg
2: 15740 kg
3: 14400 kg
4: 8770 kg
5: 42350 kg
Gesamtgewicht: 86080 kg.

Ok, das war wohl nix. Nicht weil zu schwer, ich kann dort meinen Turnpike nicht legalizen, auf dem Receipt steht: DAI Guarantee does not apply to B-train weighing on this scale.

Was bedeutet: Dass noch nicht einmal die kürzeren B-train dort richtig gewogen werden, man kann also ausschließlich Single Semis dort wiegen. Ich fuhr also aus Brandon raus, um auf dem Highway Richtung Regina auf der Highwayscale der DOT (ca.15km entfernt) zu wiegen, ähnlich wie in Headingley, nur ohne Kontrollhäuschen.
Diese Waage gab mir folgende Werte.
1: 4830 kg
2: 16040 kg
3: 14210 kg
4: 13940 kg
5: 14060 kg
Rechnet man das zusammen kommt man auf 63080 kg.
Diese Werte sollten stimmen, da auch diese Waage eine DOT Waage ist.
Erlaubt sind in Manitoba 62500 kg für Turnpikes, was sagt uns das wenn wir die absolut im legalen Bereich liegenden Achsgewichte betrachten??
Auf die Antwort meines Dispatches was ich tun solle warte ich bis auf das „Thank you“ heute noch.
Wäre ich nicht weiter gefahren, denn 120km später bin ich ja in Saskatchewan und dort sind 63500 kg erlaubt würde ich wohl jetzt noch da stehen....
Dieses bedeutet für mich: wieder einmal gelernt! Und ganz wichtig: Ich weiß jetzt das wenn ich zwei Trailer bei diesem Kunden aufnehme mit mehr als je ca.18000kg, das ich diese nur als Single fahren kann, denn zur Provinzgrenze nach SK sind es rund 150km und das bedeuten 150kg nicht legal. Wenn ich gestoppt werde und man heraus findet das ich zu schwer bin, zahle ich das Ticket, nicht der Kunde, nicht meine Firma. Es gibt den schönen Spruch der einerseits Sinn macht, anderer Seits der Firma einen Freibrief verschafft: The driver is responsible. (for everything).Ich möchte die Frage stellen: Muss das sein?
(Wieder bekam ich von einem "alten Hasen" erzäht das dieses Ticket bei etwa 2500$ startet...)
Ich habe seit dem mit einigen Turnpike Fahrern gesprochen die mir alle dieses Problem bestätigten und sagten das exakt diese Tour, die täglich geht, zu 70% zu schwer ist. Nochmal: Was soll das?
Das Gesetz ist doch eindeutig, 62500kg Maximum. Basta!
Ich wog diesen Truck jeweils als single Trailer und bekam folgende Gewichte:
erster Trailer mit meinem Truck.
1: 4630 kg max. 5500 kg
2: 15760 kg max. 17000 kg
3: 14210 kg alles legal max. 17000 kg

Zweiter Trailer mit meinem Truck
1: 4630 kg
2: 15730 kg
3: 14090 kg

wiederumalles legal als Singel Semi, man hätte sogar noch mehr laden dürfen.

Der Dollyconverter wiegt übrigens 2240 kg. Das ist ein kurzer Anhänger mit zwei Achsen und einer Sattelkupplung (fifth-wheel) worauf der 2te Trailer befestigt wird um ihn ziehen zu können, siehe Fotos.

Einige Tage später sprach ich mit einem erfahrenen Turnpikefahrer, dem schilderte ich die Tour und die Gewichte. Ich hatte mir sogar die Arbeit gemacht diese ganzen Gewichte für meinen Supervisor nieder zu schreiben und so konnte ich ihm genau die Situation schildern.
Seine Antwort war: "You can't legalize that load, not in Manitoba, you are totaly over grossweight, and not in Saskatchewan, your middle are over...."
Er erklärte mir dann was man in der Schulung nicht erklärt bekam. Wie ihr nun wisst kann man die Achsen eines Trailers verschieben, zum Ende oder Richtung mitte, ich glaube das maximale ist die 36foot Marke. (36x 30,5cm vom Anfang gemessen).
Die Mitte zwischen Tandemachsen erster Trailer und Dollyconverter sind entscheidend, jeweiter die von einander entfernt sind (max. 3,8mtr) umso mehr kann dieser Axlespread laden. Verringere ich den Abstand durch verschieben der Trailerachsen des ersten Trailers nach hinten... umso weniger gewicht kann ich laden. bei 3,8mtr sind das dann 26100kg. Jetzt dürft ihr zurückscrollen und Achsgruppe 3 und 4 addieren... ;-)

Trotzdem, irgendwie fängt es glaube ich aber auch an Spaß zu machen diese Turnpikes zu fahren, weil hier ist teils doch schon fahrerisches Können gefragt, beim rangieren, aufhooken, und auch beim abbiegen.
Die gibt es in Regina eine Stelle da muss ich rechts abbiegen, das Ende steht tatsächlich auf der Rechtsabbiegerspur, quer über die beiden mittleren Geradeausspuren und ich stehe mit der Zugmaschine auf der Linksabbiegerspur und habe den Blinker rechts.. Keiner kommt mehr durch. Und wenn ich dann im großen Bogen nach rechts fahre, rumpel ich trotzdem über den Bordstein weil ich sonst die Kurve nicht schaffe, also schon 'ne enge Sache. Wenn ich aber noch ein wenig mich weiter bilde und übe, vielleicht komme ich doch dann mal auf die IceRoad. Das würde mich echt reizen! Ok, es ist kalt, aber nicht viel kälter als bei uns, das ist eigentlich nicht nennenswert.
Das Eis, die Seen, der Zeitdruck, die (langsamen) Geschwindigkeiten und die Kameradschaft.
Wenn ich mir Alex, Hugh und wie sie alle heißen bei HISTORY anschaue, oder auf meinem Laptop, muss ich feststellen, manche Dinge werden echt überdramatisiert. Das Eis wird regelmäßig gecheckt, die Fahrer andauernd gebrieft, eigentlich geht niemand alleine auf's Eis, ständig werden Beobachtungsposten passiert, man ist per Funk immer verbunden. Wenn man kein Draufgänger ist, seinem eigenen Können vertraut, die Maschine in der man die Zeit über lebt, kennt und sich darum kümmert, was kann da jetzt noch passieren. Bei allem was man im Leben tut ist ein Risiko. Aber ein Risiko ist auch immer nur relativ, und wenn ich durch Eigendisziplin mein Risiko minimiere, kann ich relativ viel Verdienen bei relativem Risiko. Ob ich bei -30°C einen Turnpike über die Prärie ziehe mit einem Seitenwind von ca. 50 km/h, oder mit 25 km/h einen Schwertransport geführt über das Eis fahre, wo ist das Risiko höher, ich denke: Es ist relativ....
Ich habe mit meiner Frau darüber gesprochen, wir kamen zu keinem „Nein“.
Ja ich habe Kinder, ja ich bin verheiratet, aber das sind Alex und Hugh auch, und doch sind sie jeden Winter da, und das seit Jahren..... Es bleibt immer ein Risiko, auch im Sommer bei trockenem Wetter und guter Sicht. Rober, ein neuer Kollege und Canadier sagte: Truck fahren ist immer 90% Glück und 10% Können...
In diesem Sinne: Take care, and a safe trip!

(Bilder muss ich nachreichen, habe die Kamera im Truck vergessen... ich hab so viele davon, lol!)

Sonntag, 3. Oktober 2010

Der Bulle...

Hi Zusammen! wie mein Freund BPC selbst sagt ist er nun ein Ex-Bulle....
Nein! Aus folgenden Gründen:
Leider habe ich diesen Menschen erst viel zu spät kennen gelernt und eigentlich auch nur recht kurz. Die letzten.... äh waren es 5 Jahre?? BPC??
Er könnte mein Vater sein, und ich habe ihm immer gut zu gehört wenn er bei meinem anderen Freund Uli war. Sie waren Nachbarn, aus der privaten Situation heraus. Und saßen oft zusammen.
BPC ist kein Bulle, nein, er ist pensionierter Polizist. Dazu:
Herzlichen Glückwunsch zum Ruhestand!!
Aber ich glaube Du wirst in der nächsten Zeit viel Zeit in Deine Partnerin und Freizeit investieren.... Du warst kein "Bulle" Denn, wie hast Du in einem Deiner fünf Kommentare so schön geschrieben: Zitat:
"Die Entscheidung hängt halt vom Fingerspitzengefühl des Einzelnen Polizeibeamten in Verbindung mit seinen Erfahrungswerten zusammen."
Und genau da trennt sich die Spreu vom Weizen! Die Erfahrung. Ich habe bisher eigentlich immer Glück gehabt mit den Herren in Uniform. In Deutschland und hier! Allerdings habe ich auch nie großartige Kontrollen. Toi toi toi, ich habe bis heute noch keine Logbook Kontrolle oder Fahrzeug Inspektion, diese sind hier gefürchtet. Ich gehe mal davon aus, dass, wenn ich etwas zu verbergen habe, habe ich auch was zu befürchten, wenn es zu einer Kontrolle kommt. Wenn ich "sauber" bin, brauche ich doch nichts zu befürchten und kann jedem Offiziellen ohne Angst entgegentreten, er macht doch genauso wie ich, nur seinen Job! Wenn ich mich falsch verhalten habe, mit irgend etwas, weil ich was nicht wusste, kann ich mich aufklären lassen, und glaubt mir, die merken sofort ob ich doofe Fragen stelle, oder wirklich etwas nicht wusste. Und es ist schon toll wenn man einfach mal bei einer DOT Scale (Department of Transportation)freiwillig anhält und die Leute da fragt und sich informiert. Bis jetzt gab es immer ein sehr schönes Gespräch zwischen DOT Officer und mir/uns wenn ich/wir so etwas machten. Und ich/wir haben immer viel erfahren, zwischen Wahrheit und Märchen, erlaubt und nicht erlaubt.

Heute bin ich um 9am in Edmonton gestartet hab getankt und den Turnpike zusammen gebastelt, um kurz nach 10 ging es dann nach Saskatoon. Dort habe ich dann den Turnpike auseinander gebastelt und gespottet. Mein WE-Disptach sagte dann ich könne mir Zeit nehmen für Supper und bekäme dann ne Ladung nach Calgary um um 7am zu liefern. Das habe ich dann abgelehnt, weil es mal wieder außerhalb des machbaren war. Er meinte dann ich solle jetzt schlafen und dann die Nacht fahren, auch das hab ich dann abgelehnt da der Zeitrahmen zu eng war, wenn ich um 2am starte kann ich nicht um 7am beim Kunden sein. Für die Strecke Saskatoon-Calgary benötigt man ca 6 Stunden 30 Minuten, dann muß aber frei sein, der Trailer nicht zu schwer und keinerlei Verzögerung entstehen. Also passt der Termin nicht. Da wurde er zickig.... drehte sich um und fluchte rumm....
Ich setzte mich dann in meinen Truck, schrieb ne Message warum-wieso-weshalb und gab ihm die Möglichkeit etwas anderes zu organisieren.... Keine Antwort.
Ich fuhr dann um 6pm nach Hause und aß leckere Bratkartoffeln mit Spiegeleiern.
Der Dispatch rief dann bei mir zu Hause an (ganz freundlich) und gab mir einen Auftrag für den nächsten Morgen um 8am Ladetermin.... Geht doch.
Und Message an BPC: Nein ich werde hier kein Dispatch werden.
Kennst Du den Spruch:
"Mache ma net, werde ma net mache, et is wie et is un su bleibt et och!"
Den kennen die hier auch und leben danach. Wenn man mit Siemens nicht in irgendeiner Weise verwandt/verschwägert/verheiratet ist, geht da gar nix!
Diese Idee hatten schon andere vor mir, aber wenn jemand der vom Fach ist, aus England, und eine europäische AUSBILDUNG UND BERUFSABSCHLUß in dem Fach hat, und dann quasi als dummes Mädchen behandelt wird...
Sollen sie ihre Mißwirtschaft machen, ich kann und werde dies nicht ändern. Solange ich dort arbeite werde, werde ich mich fügen, solange ich keine Verstöße mit dem Gesetz eingehen muß und fertig. Schon jetzt herrscht Fahrermangel bei uns und es kommt kaum Nachschub, und die, die kommen sind oft schnell wieder weg - wen wunderts, aber die schöne Annonce in der deutschen Presse.... Man heuert wieder gezielt in Deutschland und kann dem Gouverment sagen" Wir brauchen Immigranten". Es ist schade, das man Menschen so verheitzt. Es ist ne gesunde Firma, alles bezahlt, keine Leasing oder so und dann wird so gewirtschaftet. Ich bezweifle dass das einmal der Gedanke unseres Firmenchefs war. Ob der weiß was da alles im argen liegt?
Es wird geworben das man ja so Pro Fahrer ist. Aha! Deshalb sind die meisten sanitären Einrichtungen bei Euch in einem derartig katastrophalen Zustand, dass manch einer schon Gelbsucht gefährdet ist....
Eine Dusche gibt es in Calgary und Vancouver und Toronto, jeweils 1 (in Worten: Eine)
Für Männlein UND Weiblein. Keine in Saskatoon, Winnipeg, Llodminster, Edmonton, Kelwona und schon gar nicht in Regina. (Ich glaub langsam ich hab was gegen Regina...)
Ja, Mircowelle, Erdnußapparat oder Getränke... eigentlich überall vorhanden. Aber Hygienemöglichkeiten? Bevor ich mir in Regina die Zähneputze, sollen sie lieber rausfallen!
Hab ihr Lust auf Bilder? Gerne. Vielleicht mache ich mal einen Post daraus.
Als ich für König Logistik gearbeitet habe in Koblenz, hatten die ein Zimmer für die Fahrer, Toilette mit sauberer Dusche und PiPaPo für die Fahrer bereit gestellt und das war Mitte der 90er. Und König Logistik war noch lange nicht so groß wie unsere Firma. Bei Weitem nicht.
Ich denke, das Calgary noch mit zu den "luxoriösesten" Fahrerräumen zählt. (Laßt Euch auf die Bilder warten!) Ich möchte aber klarstellen, dass ich nicht nur meckern will, aber zur Zeit wird's echt schwer sich zu motivieren.... Ja, ich hab 'n US Truck, der auch Turnpike zieht... In meinem Arbeitsvertrag steht das meine hauptsächliche Tätigkeit darin besteht, Ladungen in die USA zu fahren... (das Wort priority wird verwendet) Außer die Tour nach Iowa war bis jetzt nix mehr mit USA, aber jede Menge Turnpike. Wenn ich die Meilen US und Canda berechne bin ich mit US vielleicht bei 2% und Canada bei 98% - soviel dann zu "priority".
Ich denke so langsam bekomme ich den Bogen raus mit den Turnpikes. Aber ob ich es jemals mögen werde... ich geb mir Mühe, versprochen!

Achja, BPC, wenn möglich erfülle ich gerne Fotowünsche, soweit möglich halt. Auch wenn jemand Fragen wegen irgendwas hat, raus damit. Aber ins Detail gehende mit Firmeninternas, Kundennamen, Personennamen, sorry, ein No go! Ich denke ich lehne mich weit genug aus dem Fenster, und fallen möchte ich nun nicht.
Ja, wieder ein langer Aufsatz, dabei war ich in der Schule immer nur mit ner 3- oder 4 bedient...
Mittlerweile denke ich schon das ich das brauche um es verarbeiten zu können, mir gehts besser danach, und ihr armen Leser müsst es ausbaden, bzw. durch lesen. Hehe.

Achso, nochwas. Erfreuliches!
Der kleene macht sich supi! Das ist ein Strahlemann! Und am south Saskatchewan River hat er seinen eigenen Stein! Foddo!


Das ist der Stein direkt vor mir, ca 80x45cm und 25cm dick


Von einer der Brücken herab fotografiert, Nein nicht selbst gemalt, der Stein lag schon so da. wer hatte gewußt das Max 2010 hier geboren wird. Zufall? Ich sag mal Danke an den Fremden.....

Meine 2 kleinen Männer mal eine Runde grinsen... :-)