Donnerstag, 7. April 2011

Der Tod in der Ditch

Wie immer gings Montags wieder los. Und jedes Mal fällt mir der „Abschied“ nicht so leicht.
Es ist schön wie unser Kleiner sich entwickelt. Mittlerweile schiebt er sich rückwärts durchs Wohnzimmer und wir müssen das Treppengatter verwenden, sonst macht er unsanft die 8 Stufen zur Haustüre hinab. Er mampft fleißig so ziemlich alles was auch wir essen, Reis, gestampfte Kartoffeln, Chickenfasern, und er mag gerne kleine Stückchen Käse. Manchmal sieht es aus wie ein kleiner Vogel der den Schnabel weit aufreißt wenn ein Elternteil mit Futter kommt... Er isst fleißig seinen Möhrenbrei und trinkt auch seinen Tee aus der Flasche. Noch wird er aber auch gestillt!

Der Schnee schmilzt recht schnell, die Sonne übt ganz schön Kraft aus! Und oft haben wir wieder tollen strahlend blauen Himmel. Ohne Sonnenbrille wird man fast blind! Ich fuhr nach Vancouver und es hat geregnet geregnet geregnet. Ich den Coquihalla runter, und am nächsten Tag hoch gefilmt, wird dann in Kürze auch bei YouTube drinne sein, aber gebt mir bissl Zeit, ich bin auch gerne mit meiner Familie, wenn ich dann mal zu Hause bin....

Von Vancouver gings dann schnurstracks nach Winnipeg. Ich bin der Meinung das dieser Winter ganz schön übel zur Straße war. Der TransCanada Highway No1 ist teils so mit Rissen und Kuhlen, Schlaglöchern beschädigt, das es nicht ausbleibt das mal was durchbricht... Es gibt kurze Senken durch die man durch donnert, immerhin mit 100 km/h, wo dann doch mal was durch die Fahrerkabine fliegt. Nicht immer stehen Warnschilder vor solchen Erdsenken, und wenn, sollte man diese unbedingt befolgen um einen Trailer- oder Achsbruch zu vermeiden. Es tut weh zu hören wie die Luftfederung teils wirklich bis zum Ende durchschlägt, bis zum Begrenzer! Ich kann mir nicht vorstellen das dies für Material und Ladung gut ist.... Bin gespannt wann der erste Turnpike von KTL, Bison, Manitoulin, Trans-X oder wie sie alle heißen, abreißt oder oder oder. Ich will und kann nur hoffen das dann niemand zu Schaden kommt!

Der schmelzende Schnee deckt so langsam auch viel „Grauenhaftes“ auf. Es sieht teils schon gespenstisch aus, die ganzen toten Tierkadaver dort liegen zu sehen. Oft sitzen Krähen darauf und laben sich und wenn man mit dem Truck kommt, steigen sie in die Luft um anschließend, wenn man vorbei ist, sich wieder drauf zu setzen und weiter zu machen.... Manchmal liegen auf wenigen hundert Metern Strecke, mehrere Tiere, sogenannte Deers, das sind die Rehe und Hirsche hier. Klar fressen diese auch direkt am Straßenrand und manchmal, wenn sie erschrecken, oder einfach nur auf die andere Seite wollen, tun sie dies im falschen Moment, so ein Truck hat das härtere Argument. Aber auch normale Pkw's haben natürlich Wildunfälle. (Tock-Tock-Tock, 3x auf Holz geklopft) ich habe noch nie einen Wildunfall gehabt und das darf gerne so bleiben!

Wenn man dann sieht, wie die Kadaver aussehen.... ich glaube ihr wollt gar keine Fotos davon! Ich jedenfalls werde keine machen und schon gar nicht hier posten! Ich bin nicht abergläubisch aber den Tod zu fotografieren.... ich denke, das ist genauso, als wenn man ihn nicht Ernst nimmt. Nicht meins! Ich frage mich nur, was mit den vielen tausend Kadavern am Straßenrand passiert, weil Knochen ja nicht so schnell vergehen... Ob die Mäher das alles einfach mit mähen? Die Ditch wird regelmäßig von großen Traktoren befahren, die Mähschlitten hinter sich her ziehen, tja, und wenn dann so ein Kadaver, oder Skelett dort liegt wird es ja vorher nicht weggeräumt...glaube ich... Ich weiß doch auch nicht alles!

In Winnipeg dann bekam ich sofort einen Trailer für nach Regina, von dort sofort nach Winnipeg und dann wieder ohne Wartezeit nach Regina. Das hatte dann zur Folge das ich am Samstagabend in Regina auch „Out of Hours“ war. Ich hatte 69.75 Stunden in 6 Tagen gemacht, genug Meilen und legte mich dann in Regina am Husky Truckstop bis Montag früh faul auf meine runzelige Haut ;-)
Machte sauber, räumte auf, machte Papierkram.... aß mit Kollege Kai aus Winnipeg bei Mäkkes und verquatschte mit ihm den Abend. Kai kommt aus Schleswig Holstein und ist ein paar Monate länger hier als ich. Ja, Kanada ist schon klein, irgendwie trifft man ständig „Bekannte“. Also andere Fahrer die man hier und dort zwangsläufig kennenlernt, ob Deutsche, Engländer oder Kanadier...
Langsam immigriert man halt, auch wenn wir immer noch auf den ersehnten Brief aus Los Angeles warten. An meinem freien Wochenende fahren wir in die USA, ich muss mein Workpermit erneuern ich bin schließlich knapp 2 Jahre hier und nach 2 Jahren läuft das WP ab. Dann MUSS man zurück ins Heimatland, oder man erneuert es was maximal 1x geht für maximal weitere 2 Jahre, je nach Entscheidung des bearbeitenden Beamten an der Grenze.

Am Montag sprang dann mein Truck nicht an, der Anlasser, bzw, der Magnetschalter arbeitet nicht richtig, man brauch nu nen dicken Hamer zum starten, hab also am Montag gestartet und zu meinem Offtime am Mittwochnachmittag erst wieder abgestellt, Werkstatt!

Naja, und nach einem schnellen Regina – Winnipeg – North Battleford – Saskatoon run, war ich dann am Mittwoch Nachmittag bei Frau und Kindern. Max hat es kaum glauben können, dass der Papa endlich zum quatsch machen daheim ist...Und logo, Anton hat sich auch riesig gefreut, er hatte ja am Montag Geburtstag und ich konnte ja noch nicht persönlich nicht gratulieren....Hab ich jez aber gemacht.

Ich hab das Auto gecheckt, sollte bis aus Saskatoon raus reichen.... Ich hoffe wir werden die USA, nur North Dakota, und zurück gut schaffen, schließlich ist unser Auto auch schon fast volljährig...
Aber gut in Schuß. Na dann, gute Reise!
Ich werde berichten ;-)

Euer Totti!

Das ist unser Hafen in Regina. Schlammbad gefälligst? 

 ohne Rubberboots? Nein, keine Chance!

Dieses ist unser Vorzeigeumschlagplatz in Winnipeg, hier die hinteren Laderampen, hier ist wenigstens vor den Loadingdocks der Untergrund befestigt, hier betoniert. Das haben wir nicht oft.
Zum Glück ist der ganze Dreck nicht wirklich zu erkennen, der hier tatsächlich liegt.
Achja, man hat wieder den 14ten Platz gemacht, die bestgemanagten Transportfirmen..... 
Wer bewertet das eigentlich?

3 Kommentare:

  1. Hi Totti & Co, gute Reise in die USA! Auch wenn es nur heisst, einmal um die Flagge fahren ...
    Noch kurz zu den Tierkadavern am Strassenrand: Diese werden, normalerweise, vom Department of Highways entfernt, um schlimmeres zu verhindern, wie zum Beispiel eine Meute Coyoten oder sogar Woelfe die dann in die Autos rennt. Die Autofahrer selber duerfen uebrigens die toten Tiere nie mitnehmen (wie in D auch) das waere dann Wilderei!
    (Ein Freund von mir ist Supervisor beim DoH, daher weiss ich das ueberhaupt!).
    Liebe Gruesse, Walter

    AntwortenLöschen
  2. Danke Walter! Dann hat das DoH aber tausendfach zu tun und wahrscheinlich sind die grade alle bei TIM HORTONS zum Donut rollen, bei sovielen verwesenden Tieren.... Ja die Kojoten und Wölfe....
    TTYL

    AntwortenLöschen
  3. Tipp von mir: auf die Bilder klicken, dann werden sie größer angezeigt.

    AntwortenLöschen