Die letzten 11 Arbeitstage waren recht unspektakulär. Seitdem mich mein Supervisor dispatcht, bin ich eigentlich immer gut unterwegs. Es ist größten Teils organisiert und so schlimme Touren sind es auch nicht.
Am Montag startete ich, ohne meinen Truck. Ich mußte auf einen Sparetruck ausweichen. Das war der selbe Typus wie mein Classic, nur das Interieur war etwas anders und dieser hatte keinen Kühlschrank. Wohin jetzt mit den vielen guten Dingen, die Kat mir mitgegeben hatte? Im Auto lassen! Kat mußte eh zum Costco zum Einkaufen und fuhr am blue Van vorbei und verstaute das Kühlungsbedürftige in einer Kühlbox. Mein Truck sollte am nächsten Tag fertig werden. Ich hatte eine Ladung nach Winnipeg mit Reefer! Als ich beim Kunden aufsattelte (aufhooken) stand der Reefer still. Beim näheren Hinsehen, war in der Anzeige nix zu sehen. Batterie leer! Ich stellte dann den Reefer in den Trailershop (Werkstatt) und sagte Jim Bescheid, dass er die Batterie wechselt, denn die Ware braucht ja Kühlung! Ich erledigte noch das Ein und Andere und fragte dann um 3pm Nachmittags Jim, ob er denn den Reefer schon gestartet hatte. „Nein noch nicht“! Die Ladung hatte ich mit einem Kenworth abgeholt, weil ja noch Hoffnung bestand Meinen wieder zu bekommen. Kurz nach 3pm entschied man dann, mir diesen Sparetruck zu geben, einen Classic.
Also wieder ab zum Shop und schauen ob der Reefer läuft, nä! Der stand noch da, wo ich ihn geparkt habe, also schnell aufsatteln, PreTrip.... momentmal, der kann ja gar nicht laufen, da ist ja überhaupt kein Diesel drinne... 15 Minuten später brüllte ein Reefer übern Hof:“ Küüüüüühlung!“
Auf nach Winnipeg! Da angekommen, gab es dann erstmal ein Kissen an den Kopf! Beziehungsweise den Kopf aufs Kissen, am nächsten Tag, BÄNG! Zurück nach Stoon, klappt doch!
Mein Truck war fertig. Allerdings fuhr ich zum schlafen nach Hause. Frauchen hat sich gefreut! Söhnchen auch! Am nächsten Morgen Kunden in Stoon beliefert, Truck getauscht und weiter.....
Die ganze Woche hatte ich keine nennenswerten Wartezeiten. Am Wochenende hatte ich dann mal wieder von Regina einen Turnpike nach Winnipeg. Aber ich hatte etwas Glück, denn diese Trailer kamen aus Calgary und waren noch aufgehookt, das heißt ich brauchte den Turnpike nicht zusammenbasteln, nur aufsatteln und weg aus diesem Yard. Etwa 10cm steht der Matschjoghurt hoch. Das ist'ne Sauerei! Ohne Stiefel geht da gar nix mehr. Traurig zu sehen, dass alle umliegenden Höfe trocken sind. Durch das Auswaschen der Betontrommeln der Betonmischer ist der Boden quasi versiegelt, aber nicht befestigt. Lust auf 'ne Schlammpackung, bitte hier!
Aus Winnipeg gabs einen Turnpike nach Calgary und da wieder einen Singletrailer zurück nach Winnipeg! Am Montagabend fing es dann bei Medicine Hat an zu schneien und wollte nicht aufhören, ich blieb in Swift Current stehen und am nächsten Morgen kam dann das:
Zum Glück nicht Meiner. Ich denke der hat sich wo reingebremst....
In diesem Sinne: Gute, unfallfreie Fahrt durch den WINTER !!!!
Es ging dann weiter nach Winnipeg. In Winnipeg angekommen, rief ich meinen Lieblingsdispatch an (mir wächst gerade 'ne Nase) und fragte ihn meinen Spruch : Hi Dispatch (Name durch die Redaktion geändert :-) Trip or Truckstop? Hat sich bei mir so eingebürgert, jeder weiß was ich meine und bekomme immer'ne einsilbige Antwort..... nicht bei diesem Liebling....
Er stammelte, dass noch ein Turnpikefahrer vor mir an der Reihe wäre und er die Liste erst später am Abend fertig habe. Es war gegen 19 Uhr und ich hatte schon knapp 10 stunden Lenkzeit hinter mir, also unterbrach ich meinem Liebling etwas abruppt und sagte:“Ok, no problem, write down in the Trucklist available at 8am, thanks, good night.“
Ich konnte heraus hören, dass er froh war, nicht noch was zurecht suchen zu müssen. Seit dem ich mit ihm bei meinem Driversupervisor saß, ist er etwas „vorsichtiger“ im Umgang mit mir, denn er bekam weniger Recht als ihm lieb war. Böser Totti!
Am nächsten Morgen meine kurze Anfrage per Satelite, ob es schon einen Plan für mich gäbe. Kurze Antwort, ob ich'ne kurze Tour nach Grand Forks,MN haben wollte. Antwort von mir, „Ja, warum nicht?“
Bedeutet: kurz US Stunden errechnen und ich entschied, dass ich mit 5 Stunden rein- und rauskomme!
Also ab in unseren Yard nach Winnipeg und weiter Richtung Grenze. Kurze Erläuterung beim Grenzer und weiter nach Grand Forks,MN. Eigentlich liegt der Hauptteil der Stadt ja in North Dakota, fährt man aber über die Brücke ist man in Minesota!
Beim Kunden wurden dann 24 Bigbags geladen, etwas über 43.500 Pfund, da musste ich die Achsen und nochmal das fifth Wheel 2x verschieben und es hat grad so gepasst.
Ich musste dann aber doch stehen bleiben, denn ich hatte nur noch eine Stunde legale Fahrzeit übrig, und blieb also am Truckstop stehen, machte meine Papiere für den Zoll fertig, telefonierte mit dem Broker, faxte und als ich kurz danach wieder beim Broker nachfragte ob sie die Papiere erhalten hatten (müssen wir so machen), bekam ich die Antwort, wir arbeiten dran – fast fertig! Also startete ich kurz nach Mitternacht Richtung North Portal, rund 300 Meilen. Ab Minot wurde das mit dem Schneeregen mehr. Auf dem ganzen Weg kamen mir 3 Trucks entgegen. Die Ami's machen das richtig, die pennen Nachts!
Gegen kurz nach 6 war ich dan endlich in North Portal hat ganze 2 Minuten gedauert, die Fahrt der letzten 100 Meilen war recht langsam, und die letzten 50 Meilen auf geschlossener Schnee/Eisdecke. Ich entschied mich nach der Grenze, als ich an Weyburn vorbei war und mit 70 km/h den Berg hoch durchdrehende Antriebsräder hatte, trotz ordentlich Gewicht auf den Achsen, schießlich hatte jede Achse bis auf paar Pfund ihr Maximum, in Estevan an der Husky einen kurzen erholsamen Schlaf zu genießen und den Snowblows die Zeit zu geben den Schnee, das Eis auf der Straße befahrbar zu machen. Es war allerdings ein Feiertag, der Remembrance Day. Dementsprechend weniger Personalbesetzung. Um halb 10 fuhr ich dann weiter und seltsamer Weise waren die Fahrzeuge die kreuz und quer in der Ditch standen meistens Fahrzeuge waren mit ALLRADANTRIEB! Die denken wohl sie hätten den Antischlidderschein wegen dem Allrad.
Tja, ich hatte Anfang der 90iger auch nen Pickup, nen Toyota Highlux 4x4, eigentlich 'n geiles Auto für damalige Zeiten, aber 2,0ltr bei 4 Zylinder eine Zwergenmotorisierung gegenüber den Fahrzeugen hier, aber kräftiger Durst, rund 18ltr hatte der sich auch genommen. Ich hatte mir damals den Spaß erlaubt, als Ende November 91 der Schnee so dolle anfing, mich Nachts auf die Buchholzer Straße zu stellen, und hoch und runter zu fahren.. Ja, die ein oder andere Mark hab ich gemacht durch rausziehen von in den Graben gerutschten Autos! Aber auch der Allrad war kein Freibrief wie das manche hier denken...
Ab Regina wurde die Straße dann trocken und ich kam etwas müde, aber gut gelaunt zu Hause an und genieße nun mein Freies Wochenende!!
Und nu noch paar Foddos!
So siehts von außen aus...
und das ist der Blick von innen nach außen. Ich werde demnächst meine Angelausrüstung mitnehmen, vielleicht beißt ja was an..
Ist das nicht ein schöner Sonnenuntergang? Zwischen Regina und Saskatoon!
Mir hat die Brücke gefallen...
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