Tach auch!
Danke für die Antworten auf den letzten Blog "Kommentare".
BPC hat natürlich Recht, alle Zahnräder sind wichtig, keiner mehr oder weniger, denn ohne des einzelnen funktioniert das System nicht...
Welches System eigentlich, das das hier nicht vorhanden ist??
Ich kann leider nicht inne halten, und muß sagen, das hier leider die Linke nicht weiß was die Rechte tut.
So macht Totti mal wieder ne Irrfahrt durch Alberta und muß anschließend sagen: "Ey, irgendwann ist auch mal Feierabend..."
Der Umgang mit unseren Dispatches kann zeitweise zur gelegentlichen Gesichtsmuskelirritation führen....
Turnpike fahren.
Das fahren von Terminal zu Terminal ist nicht schwierig, man braucht etwas mehr Platz an Kreuzungen und in Kurven, es dauert was länger bis man Geschwindigkeit hat und bei der Durchquerung einer Stadt sollte man sich Zeit nehmen und alles im Auge haben, damit man nix unter die Räder bekommt was da nicht hingehört!
Was ich echt Schexxe finde ist: wenn mann dieses Teil zusammen führt kann es schonmal dunkel sein, nicht alle Höfe haben eine gute Beleuchtung, die Böden sind verschlammt (siehe vorletzten Blog) der Boden ist uneben, eventuell regnet es, man sieht nix und ist allein....
Alles noch kein Beinbruch. Sollte jetzt aber ein Unfall passieren und man hat sein Händy nicht in der Tasche... man würde erst am nächsten Morgen gefunden werden, im Sommer eventuell recht erfrischend, aber im Winter eine eiskalte Vorstellung... Ich möchte mir das nicht vorstellen, es geht mir aber nicht aus dem Kopf genauso wie der ewig wichtige Satz:" Safety first!"
Der Trunpikeverkehr funktioniert hier irgendwie nach dem Motto: "Auf Teufel komm raus".
Wie gesagt ich bin noch nicht ganz im Reinen damit, dass die Dinge drumherum nicht stimmen. Die Bezahlung um bei Wind und Wetter das Ding zusammenbasteln, das ist kein Job von mal grad 10 Minuten, ich denke 'ne halbe Stunde ist auf jedenfall nicht zu lange und oft dauert es doch doppelt solange.
Das nächste Problem: Wo kann ich den Zug wiegen?? Entweder ich vertraue (besser nicht) den Dispatches und rechne das Gewicht laut Ladepapiere zusammen, addiere Truck, Trailer und Converter und hoffe es passt, ja oder..... man hat wenig 'ne Wahl.
Ich war also in Edmonton, bekam einen Trailer für Lloydminster, sind rund 260km, dort sollte ich einen Trailer nach Regina fahren, sind rund 550km. Am nächsten Morgen habe ich also den Trailer für Regina aufgenommen, bin ins Büro.... Leute geht wieder ins Bett wenns zuviel wird!
Irgenwas sollte an dieser Ladung, die seit dem Tag vorher fertig war, nicht in Ordnung sein. Leere Trommeln sind ja auch so anspruchsvoll... Also habe ich den Trailer wieder abgestellt und angefragt was denn jetzt passiere, erstmal nix. Ich habe stundenlang genau auf dieser Stelle gestanden und hab "Grey's Anatonie" auf dem Laptop geschaut, gegessen, mich gelangweilt, gegen Mittag kam dann die Nachricht: leeren trailer nach Edmonton fahren... 10 Minuten später war ich vom Hof, auf dem Weg nach Edm.
Dort bekam ich recht zeitig die Mitteilung Pike to Lloyminster and Regina.
Im nachhinein glaube ich das ich über 63500kg war, ich hatte dem Dispatch vertraut (Ich weiß, ich schrieb gerade "besser nicht") Wir haben in unseren Truck eine Anzeige die den Druck auf die Federung unserer Antriebsachsen anzeigt. Bei meinem Truck ist es so, dass ich bis 68 PSI auf dem "drive" haben kann, dann bin ich bei etwa 17000kg auf dem drive, das Maximum!
Die Anzeige zeigte "68 PSI". Bei etwa 35000lbs im Trailer ist dieser dann fast ausgeladen, der zweite Trailer zeigte mir dann in Lloydminster "52 PSI" das sind ca 14000kg auf dem drive, wenn ich jetzt zusammen rechne... Ich bin mir bei den Gewichten vom Turnpike noch nicht sicher, vielleicht fehlt mir da noch die Erfahrung, das fahren ist ok, etwas langsamer, aber ok.
In Lloydminster wollte ich dann die Achsen verschieben auf die 41 Footmarke, das ging dann nicht weil ein Bolzen der das Ganze arretiert (eine Idee für einen der nächsten Blogs, mach ich!)
sich nicht ins Gehäuse zurückfahren lies, weil das Gestänge abgebrochen war..Ich muß aber den ersten Trailer auf der 41Foot Marke haben, hat was mit dem Kurvenradius zu tun...
Ich rief also den Dispatch an und konnte den leeren Trailer da lassen wo er war, in Lloyminster. Also weiter nach Saskatoon, wo schon ein Kollege wartete um nach Regina weiter zu fahren, meine Schichtzeit war in Saskatoon zu Ende! Nach dem absatteln hatte ich Probleme mit meiner Federung an den Hinterachsen, also einen Crysheet (Werkstattzettel) geschrieben und nach Hause zum schlafen damit die Werkstatt um 8Uhr anfangen kann das Problem zu beheben... Pustekuchen! Ich habe dadurch mal wieder eineinhalb Tage früher frei als geplant und verliere mal wieder ein Teil des Einkommens, ich staple mal tief und kalkuliere 700 verlorene Meilen, bedeutet rund 320$. Vorausgesetzt ich hätte auch was zu fahren gehabt...
Naja, das grinsen meiner beiden Söhne und die schönen blauen Augen meiner Frau...helfen mir die Faust in der Tasche zu machen!
Dienstag haben wir unseren Medical Exam und sind wieder ein Schritt näher an der PR. Max ist schon Citizen, ihr wisst, er ist hier geboren...
Take care, all together! Have a nice weekend!!
Euer Totti!
PS. Bilder kommen noch, ich hab die Kamera im Truck vergessen, kann also jetzt nix hochladen, mach ich aber, hab GROSSES fotografiert ;-)
Hier sind die Foddos!
Moin Totti!
AntwortenLöschenHabt ihr den Medical Exam denn nun in P.A. oder in Toon-Town? Falls in P.A. und hinterher noch Zeit, guckt doch mal auf´n Kaffee in Wakaw vorbei!
Gruß Walter & Berit
Das mit dem Bolzen kenn ich auch. Hatte mal nen tridem von euch da war dann nichts mit verschieben. by the way: mein axle load device zeigt das Gewicht in lbs an. wenn es auf 35 steht kann ich sicher sein das es 34.000 lbs sind und somit legal for U.S.
AntwortenLöschenMan muss eben nur sein Fahrzeug kennen dann kann man damit arbeiten. Ach und safety first ? Wenigstens wissen alle wie es geschrieben wird. Gruss.
Moin Totti,
AntwortenLöschenDu befindest Dich halt im " Wilden Westen ".
Das ist er immer noch geblieben.
Wie schildert gerade meine Tochter, die vor wenigen Tagen aus New Yorck zurück gekommen ist, ihre ersten Eindrücke dieser Stadt oder der USA.
Sie beschreibt die Stadt als sehr dreckig.
Und die Stadt kam ihr vor wie ein kleines dreckiges unerzogenes Kind mit europäischen Wurzeln.
Damit mein sie alleszusammen das ganze Paket " New York " in sich.
Sie muss es wissen sie ist mittlerweile weltweit schon einiges rum gekommen und hat Vergleichsmöglichkeiten.
Ihre Ausführungen dazu gehen noch weiter, aber das möchte ich hier nicht fortführen.
Sie, meine Tochter, lebt seit Jahren in Kiel, einer Stadt die schon im bundesdeutschen Vergleich sehr sauber und ordentlich ist.
Und ich denke Canada ist, aufgrund seiner Nähe zu den USA und der wirtschaftlichen Abhängigkeit in vielen Dingen ähnlich.
Aber jedem halt das seine.
Gut ist das was mir am besten liegt und meiner Mentalität am meisten entgegen kommt.
In diesem Sinne
Guten Morgen und liebe Grüße
aus Deutschland
BPC
Übrigens,
AntwortenLöschenwenn kein System vorhanden ist dann bestehen noch allergrößte Chancen ein Gutes System einzuführen.
Habe da eine Idee, wie wäre es wenn Du mal ein Auge auf einen Job als Dispatche werfen würdest.
Da hättest Du die Möglichkeit ein System einzuführen.
Vielleicht sogar ein wirtschaftlich erfolgreiches??
Wäre das nicht was? ;-)
BPC
Zum Deinem " Safty First "
AntwortenLöschenwas die Technik und das Sicherheitsumfeld an Lkw grundsätzlich betrifft.
Die deutsche StVZO, eine eigene Welt für sich und hochkompliziert selbst für Fachleute, hat schon ihren Sinn.
Das kommt nicht von ungefähr.
Hier sind jahrzenhntelange Unfallerfahrungen eingeflossen.
Sie hat den Sinn den Fahrer zu schützen aber auch verantwortlich zu machen.
Aber vor allem den Haltern!!
Sowohl denn innländisch als auch den ausländischen.
Ihnen auf die Finger zu schauen und auf eine optimale Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zu achten.
Und da gerade auch den Haltern und den sie beauftragten Unternehmen, bei aller Ordnung die wir haben, in den Arsch zu treten das sie den Zeitdruck auf die Fahrer umsetzen und ihren Verpflichtungen nachzukommen.
Es ist erschreckend und erschütternd wenn man selber so wie ich viele schwere Lkw Unfälle aufgenommen hat zu sehen was alles Auslöser für diese Unfälle waren.
Würde hier jetzt aber zu weit führen.
Wobei es bei den Kontrollen in die man kommt und die auch notwendig sind immer ein bisschen darauf ankommt an wen man gerät.
Die Entscheidung hängt halt vom Fingerspitzengefühl des Einzelnen Polizeibeamten in Verbindung mit seinen Erfahrungswerten zusammen.
BPC
der ex Bulle seit 01.10.2010
;-)
Und noch was,
AntwortenLöschenauch vermeindliches Chaos kann ein System haben.
Und in jedem Chaos herrscht eine gewisse Ordnung.
Es braucht manchmal nur lange sie zu erkennen :-)
Ein Land und seine Menschen kann man nie aus der Urlaubsperspektive beurteilen.
Selbst wenn man schon zehn mal dort war.
Sondern immer erst wenn man dort leben und arbeiten muss.
Weil sich die Bedingungen dadurch erheblich ändern.
Und erst dann kann kann man Vergleiche mit dem Land anstellen aus dem man kommt und beides gemeinsam im Vergleich bewerten und sich ein Urteil bilden.
Das Ganze nennt man dann Erfahrung :-)
Und Erfahrung macht jeden bewußt lebenden Menschen reicher.
Weil der, in der Regel, daraus lernt.
Und eine negative Erfahrung ist keine " persönliche Niederlage " sondern eine Erfahrung mehr.
Nebenerwerbspfarrer BPC
;-)
Fahr vorsichtig und Grüß mir die Familie
Ach ja Totti
AntwortenLöschenund schreib weiter ich habe jetzt mehr Zeit zum lesen und schreiben.
Mit vielen Bildern bitte ;-)
Kann Mann auch bebilderte Wünsche Äußern?
BPC